Mit freundllicher Genehmigung: langebartelsdruck.de

 

Für ein exzellentes Druckergebnis auf Naturpapier ist gutes Handwerk, zeitgemäßes Farbmanagement und eine gepflegte und moderne Technik gefragt. Die stark beworbenen Druckerzeugnisse aus dem UV-Offset hingegen belasten die Umwelt und sind ökologisch betrachtet ein Rückschritt. Wir klären die häufigsten Irrtümer auf und sagen warum wir natürlich ohne UV drucken.

Ist UV-Offset eine innovative neue Drucktechnik?
Viele wissen nicht, dass die UV-Offset-Technologie keineswegs neu ist. Bereits seit den 70er Jahren wird diese Technik für den Druck auf nicht saugfähigen Materialien wie Folien und Kunststoffen und für die Drucksachen-Veredelung eingesetzt. In diesen Bereichen bleibt sie unverzichtbar, aber für den normalen Akzidenzdruck auf herkömmlichen Papieren ist sie aus ökologischer Sicht betrachtet ein Rückschritt und schadet der Umwelt!
 
Sind UV-Offsetprodukte umweltfreundlich?
Bei jedem UV-Druckverfahren werden UV-Strahler und UV-reaktive Kunststoffe mit Fotoinitiatoren als Farben eingesetzt. Unter dem UV-Licht reagieren, beziehungsweise härten sie. Dabei entsteht eine hauchdünne Kunststofffolie die beim Recycling in kleine Schnipsel zerreißt und sich beim Deinken des Altpapiers nur schwer entfernen lässt. In der Druckerei muss die Makulatur sogar streng getrennt entsorgt werden. Ausgehärtete UV-Farben sind Plastik. Plastikmüll ist eines der großen Problemfelder beim Thema Umweltschutz. Nachhaltigkeit kann mit UV-Druck-Objekten daher nicht erzielt werden. Aus den gleichen Gründen ist ein mit UV-härtenden Farben gedrucktes Produkt für kein Umweltzeichen wie den „Blauen Engel“ qualifizierbar.
 
Verbraucht LE(D)-UV-Offset weniger Energie als der herkömmliche Druck?
Ein weiteres Argument für den UV-Offset ist die LE(D)-Technologie, die für Low-Energie bzw. für LED-Strahler steht. Leider verhält es sich auch hier genau anders herum. Im Vergleich zum herkömmlichen UV-Druckverfahren mag der Energieverbrauch geringer sein, aber im Vergleich zum herkömmlichen Offsetdruck ist der Energieverbrauch größer! Sätze wie LE(D)-UV-Offset ist umweltfreundlich und verbraucht weniger Energie sind demnach absolut falsch und führen ganz bewusst in die Irre.

Enthalten herkömmliche Druckfarben Cobalt?
Cobalt dient im herkömmlichen Offsetdruck als Trockenstoff. Im UV-Druck benötigt man diesen Zusatz nicht, da die Farben nicht trocknen sondern mithilfe von Fotoinitiatoren zu einem Polymer aushärten. Im Zuge unserer Vorbereitung auf die Herstellung von Blauer Engel-Druckerzeugnissen, gehörten wir 2015 zu den ersten Druckereien die cobaltfreie Druckfarben einsetzten. Mittlerweile hat unser Farblieferant (www.hubergroup.de), auch aufgrund der bei uns gesammelten Erfahrungen, seine komplette Farbpalette auf cobaltfrei umgestellt. Es geht also auch ohne Cobalt.
 
Erhält man im UV-Offset exzellente Druckergebnisse auf Naturpapier?
Gern wird damit geworben, dass man Naturpapiere im LE(D)-UV-Offset exzellent bedrucken kann und keine Nachteile dadurch hat. Es bleibt am Ende jedem selbst überlassen zu bewerten, ob eine Plastikschicht vorteilhafter sein kann, als ein Druck mit normalen Farben aus nachwachsenden Rohstoffen. Dem entsprechend erscheint auch das besondere Hervorheben des Kunststoffglanzes auf dem Recycling- oder Naturpapier mehr als ironisch. Oder trägt man eine Acrylschicht auf einen hochwertigen Parkettboden auf, damit er schön glänzt? Einen gestochen scharfen und brillanten Ausdruck erzielt man immer noch am besten auf einem gestrichenen Bilderdruckpapier – auch hier gern ohne Dispersionslack, denn die Glätte des Papieres trägt das Druckbild perfekt und benötigt keine zusätzliche Beschichtung. Den realen Zeitvorteil bei der Trocknung, den der UV-Offset bietet, erkauft man sich teuer. Bezahlen lässt man andere – später…
 
Wir nehmen etwas längere Trocknungszeiten in Kauf und drucken mit möglichst nachhaltig hergestellten Farben, mineralölfrei und alkoholfrei bzw. alkoholreduziert. Bis der Nachweis zur Nachhaltigkeit von UV- Farben nicht definiert ist und es keine Lösungen zum Entfernen der Farbe aus dem Altpapier gibt (beides steht laut Experten zur Zeit nicht in Aussicht), wollen wir diese Technologie für den Druck auf gestrichenen und Naturpapieren nicht einsetzen.
 
Anbei vier weiterführende Links zum Thema. Unter anderem von der Ingede, der Organisation der deinkenden (deinken: das Entfernen der Farbe aus dem Altpapier) Papierfabriken. Ebenso ein Schweizer Presseartikel, da in der  Schweiz die neue Trocknertechnologie zuerst in den Markt gebracht wurde und zuletzt eine Information über unsere InaP-Veranstaltung zum Thema.


www.ingede.com/ingindxd/presse/pm1501.html
 
www.ingede.de/digital/2008-tk-deinking-7-lr.pdf
 
www.druckmarkt.com/archiv/pdf/95/34_ausgeblendet.pdf

 

InaP-Veranstaltung: LE(D)-UV-Druck aus ökologischer Sicht

 

 

 

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