Der Bahnhof Südkreuz

 

Text: Martin Gnadt

 

Der 1901, als Bahnhof Papestraße, eröffnete Bahnhof Südkreuz
ist heute einer der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte
im Berliner Nahverkehrssystem.


Der Bahnhof ist von jeher ein Turmbahnhof (vergleichbar
mit dem Berliner Hauptbahnhof). Auf der oberen Ebene
verläuft in Südost-Nordwest-Richtung die Ringbahn, deren
S-Bahnlinien an einem von der Ringbahnhalle überdachten
Mittelbahnsteig halten. Auf der unteren Ebene verläuft in
Nord-Süd-Richtung die Fernbahn, die als Anhalter Bahn
in Richtung Halle und Leipzig sowie als Dresdener Bahn in
selbige Richtung weiterführt.


Der Bahnhof entstand, als auf den Strecken der Anhalter
Bahn und der Dresdner Bahn neben dem Fernverkehr auch
ein Vorortverkehr betrieben werden sollte. So ergab sich
an der Kreuzung mit der Ringbahn der Bedarf nach einem
Umsteigebahnhof, dessen Bau 1898 nahe der General-Pape-
Straße begonnen wurde.


Der Bahnsteig der Ringbahn wurde am 1. Januar 1901 und
der für die Züge der Vorortbahn am 1. Dezember des gleichen
Jahres eröffnet. Beides waren gegeneinander versetzte Mittelbahnsteige,
die über lange, unübersichtliche Tunnel und
Treppen verbunden waren, welche durch das Empfangsgebäude
mit seinem Uhrenturm führten. Die Umsteigesituation
war anstregend und nicht zufriedenstellend.


Mit dem Bedeutungsverlust während des S-Bahn-Boykotts
um 1961 wurden die Anlagen sich selbst überlassen
und lagen brach. Das war selbst 1982 noch daran zu erkennen,
dass im Empfangsgebäude Hinweise auf die Züge in
den Osten nach Groß Lichterfelde Ost und Mahlow zu lesen
war - trotz Teilung.


Als nach dem Mauerfall ein Ruf nach einer Neustrukturierung
des Bahnverkehrs in Berlin laut wurde, gab es die
Entscheidung für die Papestraße als Fernbahnhof. Dieser
wurde notwendig, um die Nord-Süd-Verbindungen Richtung
Leipzig und Dresden auf kürzestem und direktem
Wege zu bewerkstelligen.


Als im Rahmen des so genannten Pilzkonzeptes der Bahn
der Neubau immer weiter forciert wurde, kam es 1998 zu
einem Wettbewerb für die Umgestaltung des Bahnhofs.
Am 20. April 1999 wurde das Konzept des Architektenbüros
Max Dudler als Sieger auserwählt.


Ende Juli 2000 kündigte die Deutsche Bahn an, den Bau
des damals noch nicht begonnenen Kreuzungsbahnhofs
zur Einsparung von Kosten bis auf weiteres zurückzustellen.
Die Arbeiten wurden aber dennoch zu einem späteren
Zeitpunkt wieder aufgenommen.


Rechtzeitig zum Fahrplanwechsel am 28. Mai 2006 konnte
der Fern- und Regionalverkehrs aufgenommen werden.

 

 

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